Menu

Ein gutes Bild lässt der Phantasie ihren Freiraum, ein Bild, das tausend Worte der Beschreibung benötigt, ist überflüssig!

 

Das Bild ist ja so körnig!

Das ist völlig richtig! Weil ich Filmkorn sehr gerne mag und es die Bildaussage oft unterstützt oder auch steigert. Bei analogen Aufnahmen entsteht es prozessbedingt oder beim Scannen, obwohl es gar nicht so leicht ist, bei größeren Negativformaten ein ordentliches Korn zu generieren. Bei digitalen Aufnahmen muss man es nachträglich in der Bildbearbeitung erstellen.

 

Das Bild ist ja so unscharf!

Das ist sehr gut möglich! Falls es komplett unscharf ist, haben sie wahrscheinlich eine Lochkameraaufnahme vor Augen (Serien "Camera obscura"), bei der kein Objektiv für die Abbildung verantwortlich ist, sondern nur ein kleines Loch von 0,3 mm Durchmesser. Das Ergebnis sind leicht unscharfe, pastellige Aufnahmen mit sehr großer Tiefenschärfe. Vielleicht wurde es aber auch mit einer einfachen Linse fotografiert, mit all ihren Aberrationen. Sollte das Foto nur stellenweise unscharf sein (Serie "BerlinSelect"), wurde die Schärfe dorthin gelegt, wo sie für mich wünschenswert ist, der Rest läuft ins Unscharfe, um so den Blick besser zu Lenken.

 

Das Bild ist ja so farbstichig!

Ein wenig Nostalgie, ein wenig Retroeffekt! Das rührt wohl noch aus der Zeit, als ich Stunden und Tage in der Dunkelkammer verbracht und die Fotos zur besseren Haltbarkeit sepia- oder selengetont habe. Im direkten Vergleich zwischen einem rein schwarzweißen und einem getonten/monochromen Bild, habe ich Letzteres bisher immer bevorzugt. Im Digitalzeitalter kann man den Farbton natürlich noch viel exakter steuern. Seine die Haltbarkeit verlängernde Funktion hat diese Vorgehensweise allerdings eingebüßt.

 

Ist das Bild nun digital oder analog erstellt?

Manche machen daraus eine Ideologie, - Feuer oder Wasser, schwarz oder weiß, gut oder schlecht.

In Zeiten analoger Fotografie, als man noch teure Polaroids zur Kontrolle des Bildaufbaus verwendete, träumte ich immer von einer Kamera, die sowohl eine sofortige Beurteilung als auch ein verwertbares Bild liefert. Die Digitalkamera leistet genau dies und über die Qualität muss man heute nicht mehr diskutieren. Auch Umweltaspekte, wie schonender Umgang mit Trinkwasserressourcen und verminderter Einsatz giftiger Chemikalien, zumindest anwenderseitig, sind nicht von der Hand zu weisen.

Betrachten wir sie doch einfach als silber- oder siliziumbasierte Verfahren, und schon ist der Unterschied gar nicht mehr so groß.
Bringt man dann noch die eisen- oder chrombasierten, alternativen Verfahren mit ins Spiel, eröffnen sich weitest gehende Kombinationsmöglichkeiten.

Die Aufnahme mit der Kamera ist immer nur der erste Schritt zur fertigen Komposition, in den seltensten Fällen ist mit dem Druck auf den Auslöser schon alles erledigt. Sind die gewünschten Inhalte erfasst, erfolgt die eigentliche Ausarbeitung der inneren Vision, entweder analog oder digital, zum endfertigen Bild.

Was zählt ist das Endergebnis, egal welches Ausgabemedium man auch immer wählt, - das Ziel ist das Ziel und nicht der Weg dorthin.

 

Mit welcher Kamera wurde das Bild erstellt?

Das ist die überflüssigste Frage, die in der Fotografie gestellt wird. Die Zeit, als man sich als Fotograf hinter großen Kameras verstecken konnte, ist definitiv vorbei. Die beste Kamera ist die, die man gerade zur Verfügung hat. Was nützt die tollste Kamera, wenn sie zu Hause im Schrank verstaubt und Ihnen das Motiv Ihres Lebens vor der Nase entwischt. Eine alte Fotografenweisheit besagt, dass "Bilder im Kopf entstehen" - dem ist nichts hinzuzufügen.

Schade für alle Bilder, die zwar gedacht aber nie gemacht wurden, weil im entscheidenden Augenblick keine Kamera greifbar war.