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Cyanotypie

Die Cyanotypie ist eines der ältesten fotografischen Verfahren. Sie wurde 1842 vom Astronom und Naturwissenschaftler Sir John Herschel entwickelt und gehört zu den silberlosen, alternativen Prozessen, die auf der Reduktion von Eisen-III-Salzen durch UV-Licht beruhen. Das entstehende "Berliner Blau" ist sehr farbstabil und kann durch Tonung mit Gerbsäure (Tannin), das auch in schwarzem und grünem Tee vorkommt, in seiner Farbcharakteristik variiert werden.

Bekanntheit erlangte das Verfahren durch Anna Atkins, die es zur Erstellung botanischer Fotogramm-Studien ab 1841 bis 1863 verwendete.

Was ich an diesem Verfahren faszinierend finde, ist zum einen die enorme Haltbarkeit des Verfahrens und zum anderen der manuell-handwerkliche Aspekt, der es erlaubt auch mit digitalen Daten Unikate zu schaffen. Die Hybridtechnik, also die Verbindung von Analog- und Digitaltechnik erlaubt es, bei der Aufnahme mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein und auch entsprechend schnell auf wechselnde Lichtsituationen reagieren zu können. Danach erfolgt die Erstellung eines digitalen Negativs mit den für das jeweilige Verfahren notwendigen Anpassungen. Früher, in analogen Zeiten, war das Erstellen eines Negativs in der Größe des Ausgabeformats auf jeden Fall mit wesentlich höherem Arbeitsaufwand verbunden, bzw. manche Motive wegen der trägen Kameraausrüstung sogar unmöglich. Das Unikat entsteht erst im Verarbeitungsprozess durch Mischung der Chemikalien, Wahl der Papiersorte, Art des Pinselstrichs und weiteren Eingriffsmöglichkeiten in den Prozess.